Ungültige Testamente – Eigenhändigkeit

Der Gesetzgeber ist streng mit uns. Ein Testament, das nicht für teures Geld vom Notar erstellt wird, muss nach § 2747 I BGB eigenhändig erstellt werden.

Der PC begleitet uns im Alltag – beim Testament müssen wir zum Stift greifen und selbst schreiben.
Ein Ausdruck, auch wenn er handschriftlich unterzeichnet ist, bleibt unwirksam.
Das Ziel liegt darin, dass sich alle Hinterbliebenen davon überzeugen sollen, dass der Erblasser/Verstorbene wusste was er unterschreibt und nicht etwa einen Vordruck „untergeschoben“ bekommt.
Ein Testament ist nur gültig, wenn es auf einer unbeeinflussten Schreibleistung des Verstorbenen beruht und diese auch erkennbar ist.
War der Erblasser bei der Abfassung des Testaments schon nicht mehr motorisch in der Lage, dieses allein zu bewerkstelligen, kann er sich grundsätzlich die Schreibhand führen lassen.
Doch Vorsicht: Erkennen nicht alle Hinterbliebenen das Testament an, kommt der Streit. Derjenige, der aus einem solchen Testament Ansprüche herleiten will, muss beweisen, dass der Erblasser die Schriftzeichen selbst geformt hat. Das führt oft zu Streit und gerichtlichen Auseinandersetzungen.
Deshalb der Expertentipp:
Entweder es wird ein notarielles Testament erstellt oder ein gemeinschaftliches Testament. Bei einem gemeinschaftlichen Testament kann der Ehepartner das Testament schreiben und der andere Partner muss nur noch selbst unterschreiben. Dies ist häufig noch möglich.

Rechtsanwältin Andrea Schendel – Ihre Ansprechpartnerin in erbrechtlichen Fragen

10.Februar 2016